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Rocky Mountain Horses, vielseitige Gangpferden

Hier einige Informationen über das Rocky Mountain Horse als Rasse: einschließlich der Geschichte seiner Entstehung und der verschiedenen Blutlinien, sowie des Stammbuches. Auch der besondere Gang und  die Rassestandards, sowie eine kurze Erklärung zur Genetik (in Bezug auf die besondere Farbe der meisten Rocky Mountain Horses) Für mehr Informationen empfehle ich das Buch “Rocky Mountain Horses” von Bonnie Hodge.

Video’s

Diese Video’s sind meine und lassen die gute qualitäten von diese bisondere Rasse gut sehen!

Typische Rocky

Die Geschichte von der Mountain Horses

In den Appalachen in den USA gab es einen Pferdetypus der hauptsächlich für die Arbeit auf dem Bauernhof wie z.B. das Vieh treiben oder das Ziehen des Pflugs zuständig war. Aber es war auch so vielseitig, dass es beispielsweise als „normales“ Reittier genutzt wurde. Durch ihren freundlichen Charakter, ihre Intelligenz und den komfortablen Viertakt-Gang (Tölt) waren sie sehr leicht zu trainieren und bestens an die bergige Landschaft der Rocky Mountains angepasst. Sie bekamen dann auch sehr schnell den Namen „Mountain Horses“ und sind in verschiedenen Typen zu finden. Jeder Pferdetypus wurde zu einem bestimmten Zeitpunkt in verschiedene „Mountain Horse“ – Stammbücher eingetragen: das „Kentucky Mountain Saddle Horse“, das „Mountain Pleasure Horse“ und das „Rocky Mountain Horse“ Stammbuch. Jedes Stammbuch legt besonderen Wert auf die verschiedenen äußerlichen und charakterlichen Eigenschaften der Pferde.    

Das Rocky Mountain Pferd

Die Entwicklung des Rocky Mountain Horses geht zurück auf Sam Tuttle, der in Kentucky einen Reitstall betrieb und dessen Hengst Old Tobe wegen seiner Töltveranlagung und seiner Rittigkeit sehr bekannt war. Beides gab er auch an seine Nachkommen weiter, was ihn zu einem beliebten Zuchthengst machte. Viele der heutigen Rocky Mountain Horses führen Old Tobe in ihrem Stammbaum. Sie sind sehr ausdauernd und trittsicher und eignen sich hervorragend für das Reiten in unebenem Gelände. Man geht davon aus, dass Rocky Mountain Horses sowohl das Blut von spanischen Pferden als auch des Narragansett Pacers in Linien führen. 1986 wurde das Stutbuch eröffnet und 2004 wieder geschlossen. Ende 2005 waren über 13.000 Rocky Mountain Horses bei der Association eingetragen.  

Old Old Tobe

Die Blutlinien

Weil das Rocky Mountain Horse eine sehr junge Rasse ist, sind die Blutlinien sehr interessant. Die Geschichte der Rasse lässt sich gut aus den Pedegrees einzelner Pferde ablesen. Fast jede Rasse hat sogenannte Stammväter, auf die sich die Abstammungen zurückverfolgen lassen. Diese Hengste verkörpern spezielle Eigenschaften, die die gesamte Rasse auszeichnen. Bei den Rocky Mountain Horses sind dies fünf Söhne von Old Tobe. Um die charakteristischen Eigenschaften von Tobe als Rasse zu etablieren, musste man die Nachkommen untereinander verkreuzen. Natürlich sollte eine genetische Vielfalt angestrebt werden, aber in dem frühen Stadium der Rasseentwicklung war ein hoher Anteil an Genen von Tobe wichtig. Je mehr sich Tobe in den Nachkommen durchsetzte, je mehr entsprachen sie dem typischen Rocky Mountain Horse. Old Tobe war ein Hengst mit vielen besonderen Eigenschaften. Er war ein sehr leichtrittiges und unerschrockenes  Pferd, dass auch in sehr schwerem Gelände äußerst trittsicher war. Gegenüber jedem war er freundlich, er war stark und sehr gesund, mit einem taktklaren Viertaktgang dem Tölt, der bei den Rockies Singlefoot genannt wird. Als Sahnehäuptchen auf all diesen besonderen Charaktereigenschaften hatte er auch noch die besonders schöne  Farbe: chocolate with flaxen mane and tail also windfarben mit flaxfarbener Mähne und Schweif. Unsere Pferde wurden  nach ihren Blutlinien ausgewählt. Sie haben einen hohen Prozentanteil von “Tobe” und sind daher sehr rassetypisch, freundlich und leichtrittige Pferde, mit komfortablen Gängen. Sie sind gut gebaute Pferde mit der Schönheit, die ein Rocky haben sollte.

Kilburn´s Chocolate Sundown

Die 5 Söhne von Tobe

Kilburn’s Chocolate Sundown ist als der “Big Daddy” der Zucht bekannt geworden. Er hatte mehr als 600 Nachkommen und rettete so die Zucht vor dem aussterben. Dieses Pferd hatte einen perfekten Viertakt- Gang und war sehr freundlich, aber war dabei sehr stark und schön an zu sehen. Er gab seine, laut Sam Tuttle, dem Gründer der Rasse, perfekte Gangveranlagung an seine Nachkommen weiter. Er ist der Vater der berühmten Hengste: Nuncio, Choco, Jonhson’s Toby und Dan’s Dusty Action.

Sewell’s Sam war bekannt für seine Schönheit. Ein großes dunkelschokoladenfarbenes Pferd mit langer dicker weißer Mähne, dass stets einen tiefen Eindruck beim Betrachter hinterlließ. Er stand im alten Stocktype und hatte einen freundlichen Charakter. Seine Nachkommen waren alle für ihre besondere Freundlichkeit und ihren makellosen Charakter. Er ist unter anderem der Vater von Broken Bones Sam’son, Buddy Roe, Sam I am, Toco Sam… Die Kreuzung zwischen den Blutlinien Kilburn’s Chocolat Sundown und Sewell’s Sam wird in Amerika “the golden Cross” genannt.  
Maple’s Squirrel war bekannt für seinen sanften Gang und sein Talent für den Gelände-Trail. Er konnte einen Berg erklimmen, wie ein Eichhörnchen einen Baum heraufklettern konnte. Sein Charakter war einzigartig, denn er war absolut kindersicher und trug Klein wie Groß sicher durch die Berge. Ein berühmtes Foto dieses Hengstes, zeigt ihn mit fünf Kindern auf seinem Rücken, ohne Trense und Sattel. Er passte sich seinem Reiter an und verstand, dass er mit Kindern besonders vorsichtig zu sein hatte.  Squirrel war ein schwarzer Hengst mit sehr gutem Exterieur. Er war Vater von Squirrels Too und anderen komfortabel töltenden Pferden.
Sam Clemon’s Tim war ein großes mit sehr dunkler Schokoladenfarbe und weißer Mähne und Schweif, der nie auf einer Show präsentiert wurde, aber durch Mundpropaganda dennoch als Deckhengst sehr bekannt wurde. Er hatte auch sehr viele Nachkommen die sich durch sehr leicht-händelbarem Charakter, guten Gängen und besonders hübschen Köpfen auszeichneten. Er war Vater von Nick, Blue Rain, Jubal T, Jim’s Jaywalker, und Diana’s Blue Star.  
Yankee ist der letzte und größte Sohn von Tobe, er war 15.2 inch beinahe 1.60 groß. Er war ein braunes Pferd, welches nach dem Tod von Tobe noch einige Zeit bei Sam Tuttle gedeckt hat. Er brachte große Fohlen die ebenso die Freundlichkeit und die komfortablen Gänge besaßen für die die Rocky Mountain Horses so bekannt und beliebt sind. Sein letzter Besitzer machte den so wohl bekannten Ausspruch: “Most owners can’t have just one Rocky” (die meisten Besitzer können nicht nur ein Rocky besitzen) während eines Photoshootings eine Katze auf Yankee’s Rücken schlief.  Yankee ist der Vater von Yankee Clipper und vielen anderen.

Austerben

Um das Rocky Mountain Horse von der Liste der aussterbenden Rassen streichen zu können, sind Liebhaber auf die Suche nach Stuten gegangen, die dem Rassestandard entsprachen, um sie mit certifizierten Hengsten zu kreuzen. Diese Stuten wurden “grade mares” (klassifizierte Stuten) genannt. Eine Tochter einer solchen Stute, konnte nach der Certifizierung volle RMH-Papiere bekommen, aber ein Sohn musste gelegt werden, um volle Papiere zu erhalten. Wenn viele solcher “grade mares” in einem Stammbaum zu finden sind, dann kann es passieren, dass ein Fohlen nicht rassetypisch ist. Man sollte sich daher ein Bild machen von dem Pferd welches hinter einer solchen “grade”-Stute steckt. Falls es ein Paso Fino oder ein Tenessee Walker ist, gehören sie zu sehr unterschiedlichen Typen. Also kann man durch das Begutachten der Papiere eines Rocky Mountain Horses, einiges über die Geschichte und die Qualität eines Pferdes sagen.

Rasse Standard und Reglementen

Um ein Rocky Mountain Horse züchten zu können müssen beide Eltern zertifizierte RMHs sein. Das wichtigste ist, dass das Pferd einen sauberen Viertakt (Tölt / Singlefoot) zeigt.

  • Das Pferd sollte von mittlerer Größe sein: zwischen 1.45 m. en 1.63 m.
  • Die Schulter sollte in einem Winkel von 45 Grad stehen.
  • Die Augen sollten einen ruhigen selbstsicheren Eindruck vermitteln
  • Die Ohren sollten fein geschnitten und wohlgeformt sein.
  • Das Pferd sollte einen klaren Viertaktgang zeigen mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 30 hkm.
  • Der Gang sollte klar als Singlefoot oder Rack erkennbar sein und darf nicht zum Pass verschoben werden. Wenn das Pferd sich bewegt, sollten vier einzelne Hufschläge zu hören sein, welche einen gleichbleibenden Rhythmus aufweisen. Genau wie im Schritt.
  • Dieser Gang ist natürlich, von Geburt an angelegt und darf nicht durch Trainingshilfen erzwungen oder durch Ketten, Blistern oder Schwere Eisen manipuliert werden dürfen.
  • Das Rocky Mountain Horse soll von gutem Charakter sein und einfach zu händeln.
  • Seine Farbe sollte solide und mit wenigen weißen Abzeichen sein. Abzeichen im Gesicht werden akzeptiert, wenn sie nicht übermäßig sind, Abzeichen an den Beinen dürfen nich über das Vorderfußwurzelgelenk reichen und nicht über das Sprungelenk.

Die extra Gangarten von der Rocky

Die am meisten bemerkenswerte Eigenschaft des Rocky Mountain Horse, ist seine Gangveranlagung. Zusätzlich zu den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp, bieten sie noch eine Gangart, die in Europa bei den Isländern als Tölt bekannt ist. Dies ist ebenfalls ein klarer Viertakt der beim Rocky Mountain Horse ideal ist. Jede Gangpferderasse hat einen eigenen Namen für seinen Spezielgang. Beim RHM heißt er Singlefoot oder Rack. Dieser Gang ist unglaublich bequem, selbst wenn er in hoher Geschwindigkeit geritten wird. Im Südosten der USA (sowie in Latein Amerika) gibt es viele verschiedene Typen von Gangpferden, die alle eine besondere Variation ihres vierten Ganges zeigen: eine höhere Knieaktion, langsamerere Bewegung insgesamt, aber immer ist der typische Viertakt zu hören. So steht immer zumindestens ein Bein auf dem Boden und es gibt keine Schwebephase, was den Gang so bequem macht Wie auch immer so sind die Rocky Mountain Horses ganz besonders für den weichesten fließenstden Gang bekannt. Die diversen Gangpferderassen stammen von europäischen Pferden ab, besonders von britischen Viergängern, die als Palfreys bekannt waren. Auch die Pferde der spanischen Eroberer hatten ihren Einfluss auf die Rassen. Für Menschen mit Rückenproblemen oder anderen physischen Handicaps, oder für ältere Menschen oder für Anfänger, ist dieser leichte Gang wunderbar zu reiten. Aber auch für ReiterInnen, die einfach den komfortablen Gang genießen wollen. Auch für längere Wanderritte oder Distanzritte ist das Rocky Mountain Horse bestens geeignet. Seine Variation an Gängen ist besonders schohnend für Pferd und Mensch auf langen Distanzen. Da der Singlefoot nicht mit so hoher Knieaktion geritten werden muss, ist er für das RMH nicht so ermühdend wie der Aktionstölt der Isländer und ist daher die bevorzugte Gangart selbst auf Distanzritten. Natürlich gibt es noch andere gute Gangpferderassen, aber das Rocky Mountain Horse ist ja eben so bekannt für seine Scheufreiheit und seine Zuverlässigkeit.  

Die vielseitige Rocky

In den USA ist das Rocky Mountain Horse immer noch eine seltene Rasse, jedoch wächst die Anzahl der Rockies stetig vor allem weil sie wegen ihrer besonders komfortablen Gänge und ihrer ausgesprochenen Ruhe und Freundlichkeit immer beliebter werden. Selbst ältere oder unsichere Menschen, oder Menschen mit Handicap finden in ihnen den perfekten Reitpartner. Manche sagen “es ist ein Wunderpferd”. Selbst Menschen die schon glaubten nicht mehr reiten zu können wurden durch ein Rocky Mountain Horse eines besseren belehrt. Das Rocky Mountain Horse ist ein ‘easy keeper’ ein wundervolles Reitpferd mit einem starkem Herzen und gesundem Verstand. Heute wird das RMH als Freizeit -, Gelände-, und Distanzpferd verwendet. Als Showpferde werden sie auch immer beliebter, wegen ihrer Schönheit und ihrer Einzigartigkeit sich zu bewegen. Diese Pferde haben viel natürlicher Ausdauer, sie sind trittsicher und auf Grund ihres Ganges fordern sie weder von sich, noch vom Reiter große Anstrengung, so dass sie gemeinsam eine längere Strecke zurücklegen können ohne Erschöpfungserscheinungen. Manche Rockies sollen auch schon beim Westernreiten gesehen worden sein!

Chocolate with flaxen mane and tail

Rockies haben eine große Variation der verschiedensten Farben, aber bekannt ist das Rocky Mountain Horse für seine besondere Windfarbe dem “chocolate” hervorgerufen durch das “silver dappled” -Gen. Dabei kann das Deckhaar von dunklem bis hellerem schokoladen Ton sein, häufig tritt eine deutliche Apfelung auf und das Langhaar kann flaxfarben bis weiß sein. Diese wunderschöne Farbe findet sich auch beim Islandpferd, den Shetländern, den Morgans, den Kentucky Mountain Horses und den französischen Comtois, die ebenfalls als sehr ausgeglichene Rassen gelten.

Genetisch

Pferde haben zwei Basisfarben nämlich schwarz (Rappe) und rot (Fuchs). Alle anderen Farben ergeben sich aus genetischen Zusätzen, die die Basisfarben verändern. Schwarz ist stets dominant über rot: ein Pferd mit einem Anteil Fuchs von dem einen Elternteil und einem schwarzen Anteil von dem anderen Elternteil wird trotzdem ein Rappe werden, da das Rapp-Gen das Fuchs-Gen überdeckt.Ein braunes Pferd hat die Grundfarbe schwarz. Ein zusätzliches Agouti-Gen sorgt jedoch dafür, das seine Fellfarbe braun wird und sein Langhaar und die Beine schwarz sind. Hat ein Pferd nun die Basisfarbe schwarz und zusätzlich das so genannte “silver dappled” Gen, so ändert sich die Fellfarbe zu “chocolate” (windfarben) und das Langhaar wird flaxfarben oder weiß. Das silver dappled -Gen ist ein sogenanntes “dilution gene” ein Aufhellungsgen, ähnlich dem “cream” (creme) -Gen bei den Palominos. Ein Palommino ist ein Fuchs mit einem Creme-Aufhellungsgen. So wird das Langhaar ‘aufgehellt’  Der Fuchs wird blond. Bei Pferden gibt es vier Sorten von Aufhellungsgenen: “champagne”, “cream” “dun” und “silver dappled” (champagner, creme, falbe und windfarbe) Ein braunes Pferd mit dem “silver dappled dilution gene” (Aufhellungsgen) wird als “red chocolate with flaxen mane and tail” bezeichnet. (Red chocolate mit flaxfarbenem Schweif und Mähne) . Falls das Pferd ein Fuchs ist, also genetisch (aa) ist, zeigt sich das silver dappled -Gen nicht. Das Pferd ist ein Träger des Aufhellungsgenes, aber es wirkt sich nicht auf die Fellfarbe aus.    

ASD (MCOA “Multiple Congenital Ocular Anomalies”)

Leider gibt es wie bei anderen Rassen auch in der Rocky Mountain Horse Zucht einen Gendefekt der auftreten kann. ASD (Anterior Segment Dysgenesis) genannt. Dies wirkt sich auf die Augen der Pferde aus. Daher sollte man als Züchter sehr vorsichtig sein. Die Theorie besagt, dass ASD an das silver dappled Gen gebunden ist, so das homozygote windfarbene Pferde durch ASD beeinträchtigt sein können. Nach neuesten Untersuchungen wird vermutet, dass das “silver”- Gen auch auf einem weiteren Allel lokalisiert werden kann und dann nicht mit ASD gekoppelt ist. Mittlerweile gibt es einen genetischen Test der das silver dappled Gen nachweisen kann. So werden hoffentlich bald mehr gesicherte Kenntnisse über ASD im Zusammenhang mit der Windfarbe vorliegen. Es ist ein Fehler zu glauben, ASD sei ein großes Problem der Rasse. Als die RMHA heraus fand, das ASD ihre Rasse beeinflusst, wurden umfangreiche Untersuchungen gestartet, ein großer Aufwand für eine so kleine Organisation. ASD scheint an die Farbe gebunden zu sein, denn auch Pferde anderer Rassen in der die Windfarbe auftritt können ASD haben. Es ist also ein Problem der Farbe, nicht der ganzen Rasse. Natürlich beeinflusst ASD die Rocky Mountain Zucht, aber nicht in so großem Ausmaß. Andere genetische Defekte werden nicht mal erwähnt wenn sie in so geringer Anzahl auftretten, denn nur 2,5% der Rocky Mountain Horses haben ASD. ASD ist nur bei homozygote ZZ windfarbe ein Problem, so kaufe immer ein heterozygote Zz chocolate!  

Rocky oog